News

Jetzt kommen die «Teslas der Gewässer»

|   Mobilität

Die Mobilität der Zukunft setzt auf Sicherheit, Sauberkeit und Komfort gleichermassen durch autonom fahrende Flug- und Fahrgeräte mittels erneuerbarer Energie. Bei all diesen Bestrebungen ist ein Übeltäter vergessen gegangen. Nun kommen sie, die Teslas der Schifffahrt.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat ekson.ch über den «Tesla» der Lüfte berichtet, nun sind die «Teslas der Gewässer» an der Reihe. Immerhin sind zwei Drittel der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt. Auch da herrscht seit Menschengedenken reger Verkehr – mit immer bedenklicheren, bislang übersehenen Folgen für die Umwelt. Zwar verkehren die meisten Umweltverschmutzer nach wie vor auf dem Land und in der Luft, dennoch sind Containerschiffe, Öltanker, Frachter oder Kreuzfahrtschiffe völlig unterschätzte Klimasünder. Allein die 15 grössten Schiffe der Welt produzieren so viele Schadstoffe wie 750 Millionen Autos. Insgesamt sollen rund 90000 Schiffe auf den Weltmeeren bis zu 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstossen. In Europa gilt die Schifffahrt als heimlicher Hauptverursacher von Luftverschmutzung. Ohne Gegenmassnahmen werden die klima- und gesundheitsschädlichen Abgase von Kreuzfahrt- und Frachtschiffen im Jahr 2020 die Emissionen aller anderen Quellen in der EU übertreffen.
Unten die Luftqualität in europäischen Küstenststädten.

Aber es tut sich was unter dem Schlagwort Triple-E gegen die Verschmutzung zu Wasser. Die ersten E-Containerschiffe Europas könnten im Januar 2019 kommen mit Batterien, die – betrieben mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen – alles in den Schatten stellen. Für den Port-Liner EC110, auch unter dem Namen «Tesla-Schiff» bekannt, entwickelte man eigens Batteriecontainer mit einer Kapazität von acht Megawattstunden, was der Kapazität von 8000 Teslas (Model S) entspricht. Nach Angaben des Unternehmens kommt das E-Containerschiff Port-Liner auf eine Reichweite von mindestens 14 Stunden Fahrt. Damit könnte der Korridor Rotterdam – Antwerpen – Duisburg bedient werden.
Theoretisch könnte der Port-Liner sogar autonom fahren, lediglich zu Überwachungszwecken wäre eine Person an Bord nötig. Die Technologie dafür sei ausgereift, und die Bedingungen sind bei der Binnenschifffahrt nicht so schwierig wie auf hoher See, heisst es. Raue See und grosse Distanzen sind hier nicht zu bewältigen.
Apropos autonomes Fahren: Schiffe auf hoher See sind besonders anfällig für Cyber-Attacken, weil womöglich niemand mitbekommt, dass ein Hacker die Führung des Systems übernommen hat. Nicht zuletzt Versicherungen stellen sich in Sachen autonome Schifffahrt (noch) quer, zumal der Wert vollbeladener über die Weltmeere fahrender Containerschiffe im Milliarden-Bereich liegen kann.