Am Anfang war das Wort – grün auf schwarzem Grund…

Verfasst von Urs Scheidegger | |   Sprachriff

Am Anfang war das Wort, und das Wort erschien auf schwarzem Grund, und grün war das Wort. Vor einem Vierteljahrhundert war alles noch wüst und leer. Heute übervoll, auch mit allerhand Schrott…

Es war der 6. August 1991, als der damals 36-jährige Tim Berners-Lee den Link zur ersten Webseite der Welt postete, auf info.cern.ch noch heute einsehbar.
Ab April 1993 wurde alles, was man brauchte, um im Web unterwegs zu sein, vom CERN kostenlos bereit gestellt. Na ja, die Zahl der Webseiten hielt sich noch in Grenzen: 1993 waren es laut statista.com 130. 1994 machte der erste kommerzielle Browser von Netscape das Web massentauglich. Es folgte Schlag auf Schlag: Zwischen 1994 und 1997 kamen die ersten Suchmaschinen – Lycos, Yahoo, AltaVista und wie sie hiessen. 1995 verkaufte der spätere Internetgigant Amazon sein erstes Buch. 1996, als die ersten Handys im Umlauf kamen, war zur Eröffnung der Solothurner Literaturtage die Solothurner Zeitung als eine der ersten Schweizer Tageszeitungen im Web präsent. Und munter ging es weiter: Im Jahr 1997 wurde die Zahl der Websites mit über einer Million veranschlagt. 1998 folgte Google. Facebook begann seinen Siegeszug 2004. Im Herbst 2014 gab es über eine Milliarde Seiten. Und heute? Heute ist das Web zumindest teilweise zu einer Nischengeschichte geworden, nimmt man zur Kenntnis, wie rasant soziale Medien, Facebook oder Twitter, zulegen. Von «Zwitscherer und Menschenfischer (Seite 7)» wurde bereits kritisch berichtet. Oder auch von über 10000 Tagen World Wide Web – und 730 000 Tagen Christentum.

Am Anfang war das Wort – grün auf schwarzem Grund…
Am Anfang war das Wort – grün auf schwarzem Grund…